Private Altersvorsorge mit Riester: Welche Sparform eignet sich für wen?

Eines vorweg: Riestern ist besser als sein Ruf. Wer Wert auf eine monatliche Auszahlung und Sicherheit legt, ist mit einem Riester-Vertrag gut bedient. Welche der unterschiedlichen Riester-Sparformen die individuell passende ist, hängt neben dem Einkommen von der Lebenssituation und Risikofreudigkeit ab.

Private Altersvorsorge wird immer wichtiger

Die gesetzliche Rente wird nur für die wenigsten reichen. Vor allem Menschen, die heute jung sind, werden im Alter Probleme haben, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, wenn sie nicht selbst aktiv werden. Das ist den Prognosen im Vorsorgeatlas Deutschland zu entnehmen, den das Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg im Auftrag von Union Investment erstellt hat. Laut Hans Joachim Reinke, dem Vorstandsvorsitzenden von Union Investment, wird es zukünftig immer wichtiger, privat vorzusorgen. Die heute 20- bis 34-Jährigen, die besonders von den vergangenen Rentenreformen betroffen sind, bräuchten den Zahlen zufolge rund 800 Euro im Monat zusätzlich. Eine Möglichkeit, nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben finanzielle Engpässe zu vermeiden, ist Riestern.

Grundsätzlich kann jeder Arbeitnehmer, der in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt, von der im Jahr 2002 eingeführten staatlichen Förderung der privaten Altersvorsorge profitieren. Während es sich bislang nur für Besserverdiener auszahlte, einen Riester-Vertrag abzuschließen, soll es sich ab 2018 auch für Geringverdiener lohnen, die Zulagen und Steuervorteile zu nutzen.

Unterschiedliche Riester-Sparformen

Am meisten profitieren Familien mit mehreren Kindern aufgrund der hohen Kinderzulagen sowie Angestellte und Beamte. Für Sparer mit mittlerem und höherem Einkommen zahlt sich Riestern weniger aus. Wählen können Arbeitnehmer zwischen einer klassischen Rentenversicherung, Wohn-Riester, Fondsspar- oder Banksparverträgen. Welche Variante eignet sich für wen?

  • Riester-Rentenversicherung: Menschen, die sich nicht aktiv um ihre Altersvorsorge kümmern möchten, die Höhe ihrer Bezüge im Alter jetzt schon wissen wollen und die sich sehr sicher sind, die einmal vereinbarten Raten auch über die gesamte Laufzeit des Vertrages leisten zu können. Die zusätzlichen Renditechancen sind jedoch vergleichsweise gering.
  • Wohn-Riester: Diese Variante ist neben Fondssparplänen die beliebteste bei deutschen Sparern. Wer vorhat, eine Immobilie zu erwerben, kann ein Darlehen aufnehmen, dessen Rückzahlung mit Zulagen und Steuervorteilen gefördert wird. Der Kredit ist so schneller abbezahlt. Die Besteuerung des Wohn-Riesters erfolgt erst im Rentenalter über das Riester-Wohnförderkonto. Wie die Verzinsung und Besteuerung erfolgen, hängt mitunter vom Renteneintrittsalter ab.
  • Fondssparpläne: Junge Menschen, die etwas mehr Risiko wagen. Ihr Geld fließt ausschließlich in Aktien-, Misch- und Rentenfonds. Sparer profitieren von Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen und haben die höchsten Renditeaussichten, allerdings auch keine garantierte Rentenhöhe.
  • Banksparverträge: die unkomplizierteste Variante für ältere Sparer, die nach einer Vorsorgemöglichkeit für 10-20 Jahre suchen. Aktuell bieten jedoch nur wenige Banken Riester-Banksparpläne an. Während sich einige Finanzprodukte durch hohe Renditechancen auszeichnen, wird der effektive Ertrag bei anderen durch die Zusatzkosten seitens der Anbieter geschmälert.

Unabhängig von der Sparform wird eine private Altersvorsorge immer wichtiger. Denn wenn die Generation der Babyboomer bis 2031 in Rente geht, wird das Geld vom Staat immer knapper.


Bildrechte: Flickr couples and ponds jennie-o CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.