Klang der Frömmigkeit – Luthers musikalische Erben in Bielefeld

Das Historische Museum Bielefeld beschäftigt sich im Lutherjahr mit dem Thema Kirchenmusik. Die auf deutsch gesungenen Kirchenlieder haben die Reformation seinerzeit mit befeuert. Endlich laut mitsingen in der Kirche, war für viele Protestanten ein ganz wichtiger Grund für die Popularität der neuen christlichen Glaubensrichtung. Und das in Deutschland gerne gesungen wird, zeigt nicht so sehr der Kirchen oder Gottesdienstgesang, mehr die populären Rudelsingtermine in der ganzen Region.

Bildquelle: Plakat der Ausstellung, Historisches Museum Bielefeld

Wer kennt ihn nicht – den Weihnachtsklassiker „Ihr Kinderlein kommet“? Die wenigsten wissen jedoch, dass er in der heute bekannten Form aus Gütersloh stammt. Westfalen verfügt über ein vielfältiges kirchenmusikalisches Erbe. Mit der Wanderausstellung „Klang der Frömmigkeit. Luthers musikalische Erben in Westfalen“ widmet sich der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Kooperation mit dem rock’n’popmuseum Gronau und mit Unterstützung der Evangelischen Kirche von Westfalen dem Einfluss der Reformation auf die Musik bis zur Gegenwart.
Die Ausstellung zum Reformationsjubiläum wird vom 4. März bis 29. April 2017 im Historischen Museum Bielefeld gezeigt. Sie präsentiert viele Originalobjekte und Tondokumente und gibt mit Film- und Hörstationen einen unmittelbaren Zugang zum Thema.

Die Ausstellung begibt sich auf die Suche nach dem Sound der frohen Botschaft. Sie behandelt in fünf Kapiteln die Themen:
Reformation und Musik in Westfalen,
Singebewegung,
Instrumente,
politische Instrumentalisierung des Liedes und Popmusik.

Sie vermittelt multimedial Einblicke in die Geschichte der deutschsprachigen Kirchenmusik. In Westfalen entwickelten sich besondere musikalische Traditionen, wie etwa die Posaunenchorbewegung in Ostwestfalen, das Gloriasingen in Soest, das Kantatefest in Herford oder die Musicals und Oratorien der Stiftung Creative Kirche in Witten. Zudem ist Westfalen eine bekannte Orgellandschaft. „Westfalia non cantat“ (Westfalen singt nicht“) heißt es gemeinhin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.