100 Jahre Kroe – Borgholzhausen ehrt seinen Maler – Absolute Malerei
Im Jahr des 100sten Geburtstag des Malers Kroe zeigt der Kulturverein Borgholzhausen in einer Retrospektive einen Überblick über die wichtigen malerischen Ansätze des Künstlers. Zur Eröffnung der Ausstellung am 26.8.2012 um 11:15 Uhr im Rathaus Borgholzhausen spricht Dr. Eva Berger, Direktorin des Kulturhistorischen Museums im Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses vom 26.8. bis 10.10.2012 zu sehen. Führungen können nach Vereinbarung gebucht werden.

Der 1912 in Gießen geborene und 1988 in Borgholzhausen gestorbene Maler Walter Krömmelbein, genannt Kroe, wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Der Kulturverein Borgholzhausen nimmt diese Gelegenheit zum Anlass, dass Jahr 2012 zum „Kroe“-Jahr zu erklären und mit vielfältigen Veranstaltungen an den Künstler zu erinnern. Eine große Ausstellung mit bisher nicht gezeigten Werken wird am Sonntag, 26. August um 11:15 Uhr im Rathaus von Borgholzhausen eröffnet. Ein Katalog zur Ausstellung und ein Dokumentarfilm werden vielfältige neue Einblicke in das Leben und Werk des Malers geben.
Walter Kroe gehört zu den führenden deutschen Malern der Kunstrichtung des Informel, die im Nachkriegsdeutschland die führende Kunstrichtung war und mit dem amerikanischen Actionpainting und dem französischen Tachismus in enger Beziehungen stand. Kroe hatte 5 Jahre an der Frankfurter Städelschule studiert. Bessere Adressen für ein Studium als Kunstmaler gab es kaum. Seine Lehrmeister waren, neben anderen, Karl Peter Röhl, Johann Vincenz Cissarz und Franz Karl Delavilla. In der Kriegszeit lernte Kroe den Künstler Bernard Schultze kennen – eine lebenslange Künstlerfreundschaft mit intensivem Austausch begann. Schultze gehörte zur Künstlergruppe Quadriga in Frankfurt, der ersten avantgardistische Künstlergruppe Deutschlands nach dem Weltkrieg. Bereits auf der documenta II 1959 in Kassel waren Freunde von Kroe mit der Kunstpositionen des Informel vertreten. Diese Erfahrungen und die lebhafte Auseinandersetzung mit den modernen Kunstpositionen haben Kroe in seinem künstlerischen Werk stark geprägt.
Kroe pflegte intensiven Kontakt zu diesem Künstlerkreis, war jedoch nach dem Krieg , zu der Familie seiner Frau Trudi nach Borgholzhausen gezogen. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und die Aufgabe, die bald fünfköpfige Familie zu ernähren, prägten die kommenden Jahre des Künstlers. Dennoch blieb Kroe zeit seines Lebens ein Künstler, der sich weiter entwickelte und der sehr interessiert an künstlerischen Diskursen teilnahm. Oft hat Kroe versucht, seinen künstlerischen Ansatz zu erklären: So war ihm die Verteilung der Farben auf dem Malgrund und das ausgewogene Bildgefüge sehr wichtig. Die Farbpsychologie und die Farbperspektive sind wesentliche Elemente der informellen Malerei. Die spontane, malerische Geste ist entscheidend, die es schafft, den unmittelbaren Gemütszustand auf das Bild zu übertragen. Er entwickelte eine reine Malerei, die an wuchernde organische oder wolkige Gebilde erinnert. Jetzt, mehr als 25 Jahre später, will der Kulturverein Borgholzhausen mit der Ausstellung dazu beitragen, dem großen Maler zu neuer Beachtung und angemessener Anerkennung zu verhelfen.
Die Premiere des Dokumentarfilms findet am 29. September 2012, ebenfalls im Rathaus statt.
Geschrieben: 18 August, 2012 in Borgholzhausen.
Tags: Borgholzhausen, Kunst









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Posted: Mo 8. Oktober 2012 at 16:02
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