Von Westfalen nach Amerika
Zwischen 1820 und 1900 verließen als Folge sich verschlechternder Lebensumstände schätzungsweise 300.000 Menschen Westfalen und wanderten aus. Warum sie dies taten und welche Folgen das auch für die Kultur Westfalens hatte, das erläutert Gefion Apel am kommenden Freitag, 26. Oktober 2012, bei einem Rundgang durch das LWL-Freilichtmuseum Detmold unter dem Motto „Von Westfalen nach Amerika“. Damit endet, wenige Tage vor Saisonschluss am 31. Oktober, die Reihe „Museumswissenschaftler führen“ für 2012 im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).
Missernten und Hungersnöte trugen zwischen 1830 und 1850 auch in Westfalen zur Verschlechterung der allgemeinen Lebensbedingungen bei. Viele Menschen verließen die ländlichen Gebiete und gingen als Lohnarbeiter in die Industrie, wurden dort allerdings schlecht bezahlt und hatten geringe Zukunftsaussichten. In Westfalen erbte meistens der älteste oder jüngste Sohn den elterlichen Hof, somit mussten sich die anderen Geschwister eine neue Existenz aufbauen. Flugzeugkonstrukteur William Edward Boeing steht stellvertretend für viele namhafte amerikanische Neubürger, die aus Westfalen kamen, denn auch er war ein Nachkomme westfälischer Nordamerika-Auswanderer. Gefion Apel, Leiterin des Referates Kulturvermittlung, begleitet den Rundgang zu verschiedenen historischen Gebäuden, deren Bewohnergeschichte auch vom Thema „Auswanderung“ geprägt wurde. Die Führung startet um 15 Uhr am Museumseingang und ist, abgesehen vom Eintritt, kostenlos.
Geschrieben: 23 Oktober, 2012 in Detmold.
Tags: Detmold, Freilichtmuseum








