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Christiane Ritschel

 

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Die Renaissance des Mindener Hafen – Ostwestfalens Tor zur Welt

Wieso gibt es eigentlich Hansestädte mitten im Binnenland – z.B. in Ostwestfalen-Lippe? Die Hanse war bekanntermaßen eine Organisation von Kaufleuten, der rund 200 Städte angehörten. Diese Städte lagen in einem Gebiet, das sich etwa von den Niederlanden im Westen bis zum Baltikum und von Schweden bis etwa Köln erstreckte. Die Kaufleute dieses Bundes trieben vor allem Handel mit den nördlichen europäischen Ländern und versorgten vom 13. Jahrhundert an Mittel- und Westeuropa mit mit Luxuswaren, Nahrungsmitteln und Rohstoffen, wie z.B. Pelze, Wachs, Getreide oder Fisch. Im Gegenzug brachten die Hansekaufleute in diese Länder “Fertigprodukte” wie z.B. Stoffe. Um den Handel zu organisieren gab es Kontore in Novgorod, Brügge oder London und kleinere Faktoreien. Da das Reisen über Land oft mühsam und gefährlich war, nutzen die Hansekaufleute vor allem den Schiffsverkehr auf See und im Binnenland die Flüße. Die ostwestfälische Hansestadt Minden, die damals und auch heute dem Hansebündnis angehörte, fühlt sich derzeit wahrscheinlich an die goldenen Zeiten der Hanse erinnert. Zumindest was die Entwicklung ihres Binnenhafens angeht, denn dieser verzeichnet ein starkes Wachstum, was den Containerumschlag angeht. Und irgendwie ist es auch logisch, dass die Binnenschiffahrt an Bedeutung gewinnt. Denn sie ist Schnittstelle zwischen Seehafen, der Straße und der Schiene – und Minden ist eine logistische Drehscheibe der Binnenschiffahrt. Schiffe aus Hamburg und Bremerhaven fahren nach Minden und laden im Mindener Hafen die Container auf die Güterzüge der Deutschen Bahn. Und Minden liegt an der 1847 eingeweihten Köln-Mindener Eisenbahnstrecke und auch der Ost-West-Verbindung A2 äußerst verkehrsgünstig. Und für Ostwestfalen-Lippe fungiert der Mindener Hafen als Tor zum Norden. Wenn die Seecontainer per Binnenschiffahrt nach Minden geschippert sind, können sie dann von regionalen Speditionen in die ostwestfälischen Städte verteilt werden. Derzeit gehen Planer von einem jährlichen 80%igen Wachstum aus, so dass der Mindener Hafen bald zu klein sein wird. Deshalb werden nicht nur im Mindener Hafen die Schleusentore erweitert, bis 2012 soll  auch in Nachbarschaft zu Bückeburg ein neuer Güterhafen entstehen, der Regioport Weser. Dieser Hafen wird über eine direkte Anbindung an die deutschen Seehäfen in Bremen/Bremerhaven, Brake/Nordenham, Hamburg und den künftigen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven verfügen. 2010 soll mit dem Bau begonnen werden. Ein spannendes Projekt.

 


Kommentare

Comment von Margret Eberl
Time Di 12. August 2008 at 01:24

Ein interessanter Artikel! Als normalsterbliche Landratte ostwestfälischer Abstammung macht man sich ja normalerweise keine Gedanken über den Schiffsverkehr im Lande. Warum auch? Schließlich haben wir die A2. Umso überraschender zu hören, welche Bedeutung der Binnenhafen von Minden hat! Aber Bückeburg? Kleinod in Lower Saxony. An welcher Wasserstraße liegt das denn? Buddeln die jetzt dort einen neuen Kanal oder wie geht das mit dem Regioport? Fürwahr, ein spannendes Projekt!

Pingback von Ausflugstipp Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica | Die Ostwestfalen
Time Mi 13. August 2008 at 00:14

[...] Die Renaissance des Mindener Hafen – Ostwestfalens Tor zur Welt [...]

Pingback von Tag der Internationalen Hanse – 16. Mai 2009 | Die Ostwestfalen
Time Mo 4. Mai 2009 at 21:59

[...] mitten im Binnenland – z.B. in Ostwestfalen-Lippe? Dieser Frage sind wir schon einmal an anderer Stelle in unserem Blog nachgegangen. Vom 13. Jahrhundert an war die Hanse eine Organisation [...]

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