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Bohrloch nach Neuseeland entsteht in Löhne – Ralf Witthaus und das Marta Herford

Ralf Witthaus, der im Juni gemeinsam mit Marta Herford in OWL nach einer geeigneten Grünfläche für sein Projekt „Die Internationale Rasenschau 2012“ gesucht hat, ist fündig geworden: Er wird das Hofgelände der Familie Bröer aus Löhne auf der Fläche des Botanischen Gartens in Auckland, Neuseeland zeichnen. Dem Konzept seines Projektes entsprechend, spiegelt Witthaus die Oberfläche des Botanischen Gartens wiederum auf der Fläche des Bröerschen Bauernhofes. Die Rasenmäherzeichnung in Löhne wird Witthaus mit seinem Team Mitte September aufbringen und am 23. September 2012 um 11.30 Uhr gemeinsam mit Roland Nachtigäller, dem Künstlerischen Direktor des Marta Herford, eröffnen.

Der Bröersche Bauernhof in Löhne, dessen Ursprünge bis auf das Jahr 1546 zurückgehen, stellte sich nach Witthaus‘ Angaben inhaltlich als guter Kontrapunkt zu der neuseeländischen Landschaft dar. Der Hof werde dabei im Zentrum der Zeichnung stehen, so Witthaus.

„Die leicht abschüssige Rasenfläche für das Bohrloch in Neuseeland ist in der Mitte sehr offen gestaltet, da ist nur Wiese“, teilte der Künstler heute mit. „An den Rändern befindet sich eine Bank und am anderen Ende ein Ensemble mit einem Boot und einem Zelt aus Steinen. Hinzu kommen einige Bäume in mittlerer Größe, an die sich eine weitere Sitzgelegenheit anschließt. Diese Ausgangslage bedeutete für mich, dass bei der Wahl des deutschen Bohrlochs ein Ort zu wählen war, bei dem sehr viel innerhalb des Kreises stattfindet – denn ich kann in Neuseeland die große Wiese gut füllen. Außerdem war die genaue Einpassung von dem am See liegenden, gemauerten Schiff und dem Zelt sowie der Bank für die Ortsfindung in meiner Heimat wichtig.“ Aufgrund der landschaftlichen Gegebenheiten in Neuseeland setzte Witthaus das Bohrloch auf 92 Meter Durchmesser fest. Zu seiner Überraschung stellte er am Montag beim Maßnehmen in Löhne fest, dass die Breite des Hofes bis zum Acker genau 92 Meter beträgt. „Der Bauernhof der Familie Bröer bietet daher ideale Bedingungen für die Realisierung meines Projekts“, resümierte Witthaus strahlend.

Wie werden die Elemente der neuseeländischen Oberfläche nun in Löhne angeordnet? Nach Witthaus‘ Angaben wird sich die Bank vis à vis zu dem Wintergarten am alten Bauernhaus wiederfinden, von dem aus Familie Bröer auf ihr Land schaut. Boot und Zelt des neuseeländischen Bildhauers Peter Lange sollen neben dem neuen Bauernhaus gezeichnet werden, das Bröers in den letzten Jahren erst gegenüber dem alten Hof gebaut haben.

Der Rasenmähaktion Mitte September in Löhne sieht Witthaus gelassen entgegen: „Da der Bröersche Hof sehr stark bebaut ist, wird die Zeichnung zwar schwierig zum Vermessen sein – dafür werden wir aber nicht so viele Mannstunden bei der Mähaktion in Löhne benötigen.“ Umfangreich hingegen wird das Zeichnen in Neuseeland sein: Anfang Oktober reist das neunköpfige Team von Witthaus nach Auckland und wird vor Ort von etwa neun weiteren neuseeländischen Helfern unterstützt. Am 18. Oktober will Witthaus die Zeichnung im Botanischen Garten von Auckland einweihen.

Im Rahmen der Ausstellung „Nutzflächen – OWL III“ (Mitte Juni bis 18. August 2013) wird Witthaus die ostwestfälische und die neuseeländische Rasenmäherzeichnung dann im Marta Herford in neuer Form präsentieren.

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