Thusnelda eilt Hermann voraus – Mythos in Detmold
Am 16. Mai 2009 beginnt mit “MYTHOS” die absolute Sonderausstellung im Hermannsjahr. Für diese Ausstellung kam traf im Landesmuseum in Detmold in dieser Woche ein Highlight-Exponat ein. Rund drei Wochen vor Eröffnung der Ausstellung „Mythos“, in der vom 16. Mai bis 25. Oktober 2009 der Mythos rund um Arminius, die Germanen und die Varusschlacht beleuchtet wird, ist Thusnelda angekommen.

Das Original der Statue einer trauernden Barbarin steht seit Jahrhunderten vor der Loggia dei Lanzi in Florenz. Eigens für die Ausstellung „Mythos“ wurde in Rom ein Gipsabguss hergestellt. Das Original stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Heute weiß man, dass es sich sicherlich nicht um Thusnelda, die Frau des Arminius, handelt und wahrscheinlich noch nicht einmal eine Germanin dargestellt ist. Vermutlich gehörte die Statue zu einer Gruppe weiterer Statuen gefangener Daker, die auf dem Trajansforum in Rom aufgestellt waren. Dort sollten sie auf den Sieg über dieses Volk, das im heutigen Rumänien siedelte, verweisen. Als die Statue 1828 in Florenz entdeckt wurde, waren sich die Gelehrten allerdings sicher, Thusnelda höchstpersönlich vor sich zu sehen. Dies entsprach dem Wunsch, anonyme antike Bildnisse mit historischen Persönlichkeiten in Verbindung zu bringen und diesen dadurch ein Gesicht zu geben. Der Trauergestus der Statue trug zur Identifizierung bei, war Thusnelda doch wenige Jahre nach der Varusschlacht hochschwanger von Germanicus entführt worden. In römischer Gefangenschaft gebar sie Thumelicus, Arminius’ Sohn. Dieser hat seine Frau und seinen Sohn nie wiedergesehen. Die rund 2,80 m hohe und 350 kg schwere Gipskopie der Statue dokumentiert in der Ausstellung „Mythos“ das Germanenbild der Römer. Diese haben in ihren Bildnissen niemals Individuen dargestellt, sondern stets einen bestimmten Barbarentypus, der auch die Germanen immer als Unterlegene und trauernde Besiegte zeigt.
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Geschrieben: 26 April, 2009 in Detmold, Kultur.
Tags: Ausstellung, Detmold











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