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Popmusik zwischen westfälischer Provinz und Hamburger Schule

Nach der ganzen Provinzdiskussion die wir über die angebliche Kunstregion Ostwestfalen-Lippe geführt haben, wobei sich Kunst auf die Wortkreation bezieht und nicht etwa den Eindruck erwecken soll, dass hier besonders viel Kunst gezeigt wird, gibt das hier schon oft mit Beiträgen bedachte Westfälische Literaturmuseum in Oelde-Stromberg die richtige Antwort.

Ein Ausstellungsprojekt und eine Popkonzert-Reihe verbindet Lyrik und lyrics aus der Region: Erdmöbel, Bernd Begemann & Die Befreiung, Bernadette La Hengst und FrankSpilker.Gruppe sind live auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde zu erleben.

Zahlreiche Bands, die mit ihrer Musik und ihren deutschsprachigen Texten Pop-Geschichte geschrieben haben, stammen aus Westfalen. Die musikalische Entwicklung von klingenden Namen der Szene begann nicht in Hamburg oder Berlin, sondern in Ostbevern und Bad Salzuflen. Wir zitierten hier im Blog schon einmal die Zeit mit “Deutschland dein Herz schlägt in der Provinz” und auch das Kunstmagazin Art stellt seit geraumer Zeit provinzielle Kunstvereine vor.

Und nun zeigt das Museum für Westfälische Literatur erstmals in einer Sonderausstellung vom 27. November 2008 bis zum 19. April 2009 bislang schwer oder nicht zugängliche Zeitdokumente, in denen die Pop-Welt der 80er und 90er Jahre neu auflebt. Als Projekt-Highlight werden außerdem vier feste Größen des Westfalen-Pop live auf dem Kulturgut Haus Nottbeck auftreten.

Nachfolgend ein Auszug aus der offizielle Pressemitteilung:

Das Ausstellungsprojekt präsentiert die vertretenen Bands und Solokünstler insbesondere in Hinsicht auf ihr Verhältnis zur Literatur. Markus Berges’ Texte (Erdmöbel) sind in der deutschen Popmusik eine Rarität, seine unabgenutzten Bilder und Verse bewegen sich weit jenseits des Schlager-Herz-Schmerz. Blumfeld benannten sich nach einer Erzählung Franz Kafkas und arbeiten unter anderem mit Versen von Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Bernadette La Hengst schreibt neben Songs auch Kurzgeschichten und arbeitet an Theater- und Hörspielprojekten. Bernd Begemann ist bekennender Döblin-Verehrer und Poet des Alltags. Die Lieder des Sterne-Frontmanns Frank Spilker changieren nicht nur zwischen Songtext und Gedicht, sondern erkunden auch die vielfältigen Verbindungen zwischen Prosatext und Popsong.

Das künstlerische Selbstverständnis der präsentierten Musiker ist ebenso wie ihr Textmaterial von einem scheinbaren Widerspruch zwischen provinzieller Herkunft und der Bewegung hin zu (mindestens) landesweiter Wahrnehmung geprägt – dieser Gegensatz ist ein wiederkehrendes Motiv der Ausstellung. Sinnbildlich hierfür steht das in den 1980er Jahren in Bad Salzuflen entstandene Musiklabel „Fast Weltweit”, eine kreative Keimzelle mit dem Anspruch, einen eigenen Zugang zu deutschsprachiger Popmusik zu finden. Künstler wie Frank Spilker, Bernd Begemann oder Jochen Distelmeyer, die später unter Begriffen wie „Hamburger-Schule” oder „Diskurs-Pop” Maßstäbe für literarisch orientiertes Songwriting gesetzt haben, legten dort die Grundsteine zu ihren musikalischen Laufbahnen.

Die Ausstellung präsentiert Songtexte, Selbstdarstellungen und Pressematerial, Kassetten-, LP- und CD-Cover aus zwei Jahrzehnten sowie Videos und Interviews, die exklusiv im Rahmen des Projekts „Stadt.Land.Pop.” hergestellt wurden. Außerdem erscheint ein umfangreicher Begleitband mit DVD und Beiträgen der porträtierten Künstler.

„Stadt. Land. Pop. Popmusik zwischen westfälischer Provinz und Hamburger Schule” ist ein Projekt der LWL-Literaturkommission für Westfalen in Kooperation mit den Universitäten Münster und Paderborn sowie dem Museum für Westfälische Literatur. Gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, der LWL-Kulturstiftung und der Nyland-Stiftung.

Die Termine
DO 27.11.2008 | 18.00 Uhr
Stadt.Land.Pop. Popmusik zwischen westfälischer Provinz und Hamburger Schule
Pressekonferenz zum Ausstellungsprojekt und zur Popkonzert-Reihe

DO 27.11.2008 | 19.00 Uhr
Stadt.Land.Pop. Popmusik zwischen westfälischer Provinz und Hamburger Schule
Ausstellungseröffnung

DO 27.11.2008 | 20.00 Uhr
Erdmöbel
Auftaktkonzert zur Ausstellungseröffnung

DO 05.02.2009 | 20.00 Uhr
Bernd Begemann & Die Befreiung

DO 05.03.2009 | 20.00 Uhr
Bernadette La Hengst

FR 03.04.2009 | 20.00 Uhr
FrankSpilker.Gruppe

Karten für alle Konzerte gibt es beim Die Glocke-Kartenservice (Tel.: 02522-73300), Forum Oelde (Tel.: 02522-72800) und im Kulturgut Haus Nottbeck (Tel.: 02529-945590).

Eintritt (Stehplätze): VVK (zzgl. Gebühr) 12,- / 10,- € | AK 14,- / 12,- €
Bild: Pop. Musik. Literatur.
Museum für Westfälische Literatur – Kulturgut Haus Nottbeck
Landrat-Predeick-Allee 1
59302 Oelde-Stromberg

Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag: 14.00 – 18.00 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr

Weitere Informationen unter Tel.: 0 25 29 / 94 55 90 und www.kulturgut-nottbeck.de

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Comments

Pingback from In Paradiso – im Kreuzgang von Kloster Dalheim wandeln | Die Ostwestfalen
Posted: Do 6. November 2008 at 22:04

[...] Popmusik zwischen westfälischer Provinz und Hamburger Schule [...]

Pingback from Die Befreiung im Kreis Warendorf – Stadt Land Pop | Die Ostwestfalen
Posted: Mo 26. Januar 2009 at 22:07

[...] der Reihe Stadt.Land.Pop – Popmusik zwischen westfälischer Provinz und Hamburger Schule auf dem Kulturgut Nottbeck in Oelde/Stromberg, macht Bernd Begemann mit seiner Band “Die [...]

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