Römer und Germanentage in Kalkriese 2009
Jetzt geht es in die heisse Phase des Ausstellungsdreiklangs Imperium-Konflikt-Mythos. In Kalkriese, dem Ort des Ausstellungsteils Konflikt finden die Römer- und Germanentage 2009 statt. Vom 11.06.2009 bis 14.06.2009 treffen sich 2000 Jahre nach der Varusschlacht auf dem historischen Schlachtfeld Römer und Germanen, diesmal in friedlicher fast folkloristischer Absicht.
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Erstmals werden an den vier Festivaltagen mehr als 350 Darsteller aus acht europäischen Ländern nachspielen, wie wir heute meinen, dass man in der Antike gelebt hat.
Im römischen Feldlager bekommt der Besucher einen Einblick in das Soldatenleben. Wie sah ein Zelt aus? Wie wurde ein Lager aufgebaut? Die Mitwirkenden stellen getreu der heutigen Erkenntnisse die Lebensweise der Römer in der Armee vor, erklären Ausrüstungen, zeigen Waffen, Kampf- und Marschformationen. Vom Helmbusch bis zur Sandale wird die Kleidung erklärt. Ein besonderes Thema wird die medizinische Versorgung in der römischen Armee durch Ärzte und Sanitäter sein. Ebenso lässt sich antike römische Lebensart erleben: Besucher können zum Beispiel einer Trauung beiwohnen, die nach römischer Sitte dargestellt wird.
Im Germanenlager gehts ähnlich zu, nur auf germanisch, oder was wir heute davon halten. Die Darsteller werden in Kalkriese die Besucher mit germanischen Sitten und Gebräuchen vertraut machen. An vielen Feuerstellen brutzelt und duftet germanische Küche, Frauen spinnen, färben Wolle und weben nach Germanenart mit Brettchen. Für den Alltag werden Tontöpfe hergestellt, mühsam und immer wieder neu, da das Tongeschirr ja gerne brach, was die vielen archäologischen Funde zeigen. Natürlich kommt auch der feine Zierrat wie Ton- und Glasperlen die für die Schmuckherstellung gebraucht wurden nicht zu kurz.
Wem das alleine zu archaisch ist, der kann auch beide Lager mit geführten Touren besuchen, ein bisschen Komfort muss schon sein.
Spannend verspricht, das römische Stadthaus zu werden, das wer bisher die eindrucksvollen Reste und Rekonstruktionen in Pompeij, Trier oder in Xanten noch nicht gesehen hat, sicher viel neues und vorallem komfortables entdecken wird.
Unter dem Motto»Schlemmen wie in der Antike« wird am Modell einer römischen Kelteranlage erklärt wie das mit dem römischen Wein funktioniert hat, einer Kunst, die durch die Varusschlacht angeblich ja für die Germanen erst später erreichbar war. Bei der Salben- und Kosmetikherstellung kann zugeschaut werden, und der Besucher erfährt, wie die Römer vor 2000 Jahren verhütet haben?!
Viele Mitmachaktionen wie Bogen schießen, schmieden, Tonperlen formen, germanische Schnüre und Bänder herstellen, sich kleiden wie ein Legionär, Tennisbälle mit dem Onager (einer römischen Wurfmaschine) verschießen lassen auch die Geschichtslehrstunden im Flug vergehen.
Musik wie vor 2000 Jahren gibt es am Samstagabend, 13. Juni 2009, erstmals bei einem römischen Konzert von und mit Musica Romana.
Die Höhepunkte: An einem 25 Meter langen, eigens für diese Veranstaltung errichteten Wall werden ca. 300 Germanen- und Römerdarsteller kommentierte und moderierte Szenen aus der Schlacht nachstellen und aufzeigen, warum die Römer in Kalkriese scheiterten. Die »Wall-Aktion« wird täglich um 14:30 Uhr zu beobachten sein.
Und Aktion!
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Geschrieben: 12 Juni, 2009 in Osnabrück.
Tags: Ausflugstipp, Osnabrück, Varusschlacht









