Römerlager rüstet zum Ansturm – Haltern am See zeigt Imperium
IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 Jahre Varusschlacht – Hier gibt es den Vorabend zur weltgeschichtlichen Katastrophe für das Römische Reich zu erleben. Bis zur Varusschlacht die 9 nach Christus, also vor 2000 Jahren stattfand, steht die Ausstellungsstation Haltern am See für das was vorher war.

Logo der Ausstellung Imperium-Konflikt-Mythos
Als die Stunde X- irgendwo, sehr wahrscheinlich in Kalkriese in der Nähe von Bramsche und Osnabrück stattfand, war im römischen Lager in Haltern am See noch alles in Ordnung. Was das aus römischer Sicht bedeutete: Militärlager, Handelsniederlassung und Zentrum eines sich entwickelnden Provinzzusammenhangs, aber auch Karrieren im römischen System oder der Kaiserkult, alles das wird in der Ausstellung “Imperium” und im LWL-Museum Römerlager in Haltern erzählt.
An zwei Standorten gibt es das römische Leben zu entdecken, den Feldherren Varus mit seiner Familie kennen zu lernen (Varus entstammte einer der High Society-Familien Roms), seine begnadeten Fähigkeiten als Krisenmanager kennen zu lernen und den Glanz und die Druchsetzungskraft des römischen Kaisers Augustus und seines goldenen Zeitalters nachzuspüren.
In der Seelandhalle, die extra für den Ausstellungsteil “Imperium” um- und ausstellungstechnisch aufgerüstet wurde, ist in 16 Station wunderbar und stimmungsvoll inzeniert dieses Leben und Werden bis zur Stunde X, die hier als Varusschlacht verstanden wird aufgebaut. Eindrucksvoll, didaktisch und ausstellungstechnisch perfekt in Szene gesetzt und durch exquisite Exponate aus ganz Europa und sogar der Welt bereichert.
Hochkultur und machtpolitisch geschickt wird dem Besucher das Imperium Romanum nahe gebracht. Der Konflikt und der Mythos, die beiden weiteren Teile der Ausstellung werden an den beiden anderen Orten, Kalkriese (Konflikt) und Detmold (Mythos) zelebriert.
In Haltern am See lädt zusätzlich noch das in Fachkreisen international renommierte Archäologische Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe zusätzlich zum Besuch ein. Dort wird anhand der bedeutenden, eigenen Ausstellung von Fundstücken aus dem Haltener Römerlager und einigen zusätzlichen Leihgaben, das Römische Leben im Lager und in dem rechtsrheinischen, regionalen Zentrum, das Haltern, verkehrsgünstig und sicher an der Lippe gelegen für die Römer darstellte, geschildert.
Eines der temporären Leihgaben ist das vielleicht unspektakulärste aus archäologischer Sicht, stammt es doch aus dem 21. Jahrhundert. Aber durch seine Größe ist es trotz allem schon beeindruckend. Haltern geht mit dem Exponat nämlich der Frage nach was sich hinter dem Begriff ”3 Legionen, die in der Varusschlacht untergingen” eigentlich verbirgt. 14.000 Mann , aufgeteilt in drei Legionen betraf das seiner Zeit.

14.000 Menschen sind eine kleine Gemeinde, die würden aber in echt das Museum komplett und die Ausgrabungsstätten füllen, also besann man sich auf die Klärung dieser Frage im “Sendung mit der Maus-Prinzip” und lieh die dafür montierten 14.000 Playmobilrömer für den Zeitraum der Ausstellung aus. So marschieren jetzt die drei Legionen, farblich durch rot, blau, grün gekennzeichnet durch das gesamte Museum und es sind unendlich viele Figuren. Ein echter Schmunzler, auch wenn der Hintergrund, die Schlachttragödie hier noch weit weg ist.
Nur ganz kurz vor dem Beginn der Ausstellung hat eine Szene die damalige Zukunft vorweg genommen, aber nur ganz kurz. Alles weitere in Kalkriese,….
Haltern am See steht für Imperium und das ist schlüssig, anschaulich und sehr gut gelöst.
Hier die Kurzfassung: IMPERIUM Die Ausstellung “Imperium” des LWL-Römermuseums in Haltern am See beschäftigt
sich vom 16. Mai bis 11. Oktober mit dem Verlierer der Varusschlacht und seinem Hintergrund sowie mit dem Römischen Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht und Kultur.
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Geschrieben: 14 Mai, 2009 in Detmold, Osnabrück.
Tags: Ausstellung Imperium, Osnabrück
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