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Silbernes Bernwardkreuz in Bischofsausstellung „Für Königtum und Himmelreich – 1000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn“

Vor genau tausend Jahren trat er sein Amt an und wurde einer der bedeutendsten Bischöfe des Mittelalters: Bischof Meinwerk von Paderborn. Das Erzbistum Paderborn und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) würdigen sein Leben und Werk noch bis zum 21. Februar 2010 in der Jubiläumsausstellung „Für Königtum und Himmelreich – 1000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn“. Auf 2000 Quadratmetern zeigt die Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum und dem Museum in der Kaiserpfalz Handschriften, Urkunden und liturgische Geräte, aber auch Schmuckstücke, Waffen und andere archäologische Funde des 11. Jahrhunderts aus ganz Europa.

Damit wird eine Epoche lebendig, in der das Zusammenspiel geistlicher und weltlicher Herrschaft ihren Höhepunkt erreichte und die Bischöfe zusammen mit den Königen und den Adligen das Reich regierten. Das Erzbischöfliche Diözesanmuseum stellt Meinwerks Einsatz für „das Himmelreich“ und damit seine Rolle als Seelsorger und Stifter bedeutender Bau- und Kunstwerke in den Mittelpunkt. Beidem kamen die Bischöfe des 11. Jahrhundert nach, der Sorge für die Menschen und der Sorge für Kunst und Kultur. Zum Beispiel schenkten sie der Feier der Liturgie große Aufmerksamkeit und gestalteten sie mit besonderer Pracht aus. Die Ausstellung widmet diesem Aspekt des Bischofsdienstes daher eine eigene Inszenierung: Gezeigt wird ein nach mittelalterlichem Brauch geschmückter Altar, auf dem neben vielen anderen liturgischen Geräten das silberne Bernwardkreuz zu sehen ist. Dieses aus dem Dommuseum Hildesheim stammende Kunstwerk ist ein Beispiel für die aufwendige Ausstattung der Liturgie zur Zeit Meinwerks. Es wurde zwischen 1007 und 1022 angefertigt und zählt aufgrund der ausdrucksstarken Gestaltung des Gekreuzigten – Christus wird mit tief herab hängendem Haupt dargestellt – zu den bedeutendsten Zeugnissen ottonischer Kunst. Stifter ist Bischof Bernward von Hildesheim (993-1022), ein berühmter Zeitgenosse Meinwerks. Das Kreuz besteht aus teilweise vergoldetem Silber, einem für gegossene Kruzifixe im hohen Mittelalter ungewöhnlich edlen Material. Grund für diese wertvolle Ausstattung dürfte die ursprüngliche Bestimmung des Kreuzes als Reliquiar (Aufbewahrungsbehältnis für Reliquien) gewesen sein, was das Reliquienverzeichnis an der Rückseite des Kreuzes und die Höhlung an der Vorderseite des Korpus belegen. Später diente das Kreuz als Altarkreuz und befand sich bis zur Säkularisation im Kirchenschatz der Michaeliskirche Hildesheim. Es ist denkbar, dass Bernward es für diese Kirche anfertigen ließ, die er im Jahr 1010 begründete.

Foto:Dom-Museum Hildesheim

Tipp: Stadtführung in Paderborn – Von himmlischen und weltlichen Mächten

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