Max Ernst – Das grafische Spätwerk in der Städtischen Galerie Schwalenberg
Von Sonntag 12. August – Sonntag 21. Oktober 2012 zeigt die Städtische Galerie Schwalenberg das grafische Spätwerk von Max Ernst.

Max Ernst, zu: Paul Eluard, Un Poème dans chacque livre, Radierung, Aquatinta,1956. Foto: Sprengel Museum Hannover
Max Ernst (*1891 Brühl bei Köln -1976 Paris) gilt als einer der herausragenden Künstler des 20. Jahrhunderts. Er war von 1919 bis 1924 führendes Mitglied der Kölner Dada-Gruppe und gehörte seit 1924 zu den vielseitigsten Vertretern des Surrealismus. 1922 siedelte er nach Paris über und schloss sich der Pariser Surrealisten-Gruppe an, distanzierte sich aber 1938 wieder von ihr. 1941 emigrierte Ernst nach wiederholter Internierung durch die Gestapo in die USA, lebte dort zunächst in New York, bevor er fünf Jahre später die amerikanische Künstlerin Dorothea Tanning heiratete und sich mit ihr ins einsamere Sedona am Colorado River in Arizona zurückzog.
Nachdem das Ehepaar bereits 1949 von New Orleans aus zu einer Reise durch mehrere europäische Städte aufgebrochen war, markierte das Jahr 1953 Ernsts endgültige Rückkehr in die „Alte Welt“. Diesem Neubeginn in Paris widmete er die poetische Radierungsfolge „Das Schnabelpaar“. Mit geschwungenen Linien konturierte er einzelne Figuren und Vogelwesen, die er auf abwechslungsreiche Weise zueinander in Beziehung setzte.
Das vielfach variierte Vogelmotiv zieht sich durch das gesamte Werk von Max Ernst. Max Ernst hat eine große Anzahl von Büchern, Illustrationen, Umschläge und Frontispize entworfen und selbst drei große Collagenromane geschrieben. Er illustrierte sowohl Texte anderer Dichter – zum Beispiel Paul Eluard, Jaques Prévert, Samuel Beckett, Lewis Caroll oder Henri Parisot – als auch eigene Gedichte und Texte. Dabei Illustrierte Ernst die Texte meist nicht im wörtlichen Sinne, sondern seine Bilder sind vielmehr Zeugnis der Assoziationen, die der Text beim Künstler hervorrief.
In den 1920er Jahren entstand das erste Gemeinschaftswerk des Künstlers Max Ernst und des französischen Dichters Paul Eluard, das den Beginn der surrealistischen Buchillustration Max Ernsts markierte, für die die Collagetechnik ein wichtiges Ausdrucksmittel war. Hinzu kam die Frottage, die von Max Ernst erfundene Technik des Abriebs von unterschiedlich strukturierten Oberflächen. Beide Techniken ziehen sich durch sein grafisches Gesamtwerk.
Die Ausstellung „Lorbeeren und Erdbeeren“ wurde zu Beginn des Jahres 2012 im Sprengel Museum Hannover gezeigt. Das Werk von Max Ernst bildet einen Sammlungsschwerpunkt des Museums. Die Kuratorin Dr. Karin Orchard stellte etwa 100 Arbeiten aus dem grafischen Spätwerk von Max Ernst zusammen. Für die Städtische Galerie in Schwalenberg wurden aus den dort gezeigten Blättern 46 Arbeiten ausgewählt.
Die Ausstellung fokussiert die Zeit seit den späten 1940er Jahren, als Max Ernst nach seiner Migration in die USA nach Europa zurückkehrt und sich in Frankreich niederlässt.
Der chronologische Einschnitt ist nicht nur durch die biografische Zäsur begründet, sondern markiert zugleich den bemerkenswerten Anstieg seiner grafischen Produktion. In Frankreich gerät das Leben von Max Ernst zwar in ruhigere Bahnen, doch sein international wachsender Ruhm, umfangreiche Ausstellungen und zahlreiche Ehrungen begleiten ihn fortan.
Ausgewählte Einzelblätter und Mappenwerke sind zu sehen, die einen konzentrierten Querschnitt durch das grafische Werk dieses Zeitraums vermitteln. Das grafische Werk von Max Ernst zeichnet sich durch eine variantenreiche stilistische Formensprache aus: Oszillierende Kurven und Liniengespinste, Abdrücke von Natur- und Alltagsformen, Zeichenhaftes sind ebenso zu finden wie Überlagerungen von Linien und Farbfeldern, die sich zu neuen Motiven umdeuten lassen. Das Werk von Max Ernst ist geprägt von einer Lust am Experimentieren mit unterschiedlichsten grafischen Techniken und einer unermüdlichen Erneuerung der Darstellungsweisen, was eine enorme visuelle Vielfalt zur Folge hat.
Weiterführende Informationen:
Städtische Galerie
Marktstr. 5
32816 Schieder-Schwalenberg
Öffnungszeiten: Di. bis Sa. 14.00 –17.30 Uhr
So. 10.00- 12.00 und 14.00-17.30 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene: € 2,50, erm.: € 2,00
Kinder bis 12 Jahre frei
Führungen: Museumseintritt zzgl. 1,00 Euro
Eröffnung am Sonntag, den 12. August um 16.00 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Ulrich Krempel, Direktor des Sprengel Museums Hannover. Eintritt zur Eröffnung frei.
Werkgespräch zu Max Ernst mit Dr. Karin Orchard, Kuratorin grafische Sammlung, Sprengel Museum Hannover: Sonntag, 16.09.12, 15.00 Uhr.
Öffentliche Führungen:
Sonntags 15-16 Uhr am: 19.8./ 2.9./ 23.9./ 7.10./ 14.10./ 21.10.2012
Kuratorenführung mit Dr. Mayarí Granados: 13.9. und 11.10.12, 15-16 Uhr.
Veranstalter: Lippische Kulturagentur, Landesverband Lippe und Stadt Schieder-Schwalenberg
Verantwortlich für Inhalt und Durchführung: Dr. Mayarí Granados, Kunstreferentin Lippische Kulturagentur, Landesverband Lippe.
Geschrieben: 2 August, 2012 in Schwalenberg.
Tags: Kunst, Schwalenberg









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