Gruppe 13 zeigt Alfons Holtgreve

Die Ausstellung seiner Papierschnitte ist benannt nach dem Buchtitel Kandinskys „Punkt und Linie zu Fläche“ in umgekehrter Folge: von der Fläche zur Linie, zum Punkt. Alfons Holtgreves Schaffensprinzip folgt André Gides Ausspruch: Jedes Kunstwerk ist die Zusammenarbeit zwischen dem Künstler und dem lieben Gott. Je weniger der Künstler dazu beiträgt, umso besser.
Alfons Holtgreve ist 1955 in Warburg/Westf. geboren, studierte zunächst Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum, sodann an der Kunsthochschule Kassel. Er schloss sein Studium der visuellen Kommunikation bei den Professoren Hans Hillmann, Gunter Rambow, Jan Lenica ab mit einer Arbeit zum Thema „Schöpferisches Zwiegespräch mit den Gedichten Pablo Nerudas.“ Seit 1982 freischaffend tätig als Illustrator u.a. für Nike, Philips, die FAZ, Mercedes Benz, Fischer Taschenbuch Verlag, dtv, FAS … Von 1985 – 2004 Gastprofessuren an der Uni Oldenburg, HfG Offenbach, Kunsthochschule Kassel. Seit 2004 Haus- und Hof-Künstler am Dornröschenschloss Sababurg im Reinhardswald (Märchenrundgang mit Stahlschnitten). Illustrative Beiträge für den „Westfalenspiegel“.
Dirk Schümer, früher FAZ, jetzt WELT-Kulturjournalist, charakterisiert Alfons Holtgreves Werk in seiner eigenen Sprache: „Alfons Holtgreves Bilder sind Scherenschnitte. Silhouetten, wie das Lehnwort sie nennt, heißen nach einem französischen Finanzminister der Bourbonenzeit, der Ölportraits für die neureiche Bourgeoisie zu aufwendig und teuer befand und den Untertanen deshalb befahl, sich lieber im preiswerten Profil aus Papier darzustellen. Doch anders als die Silhouettenkünstler des 18. Jahrhunderts ist Holtgreve an den individuellen Zügen seiner Mitmenschen nicht interessiert. Seine Kunst – gleichfalls eine “arte povera“ – arbeitet mit einfachen Mitteln Archetypen heraus: Verhuckte Albträume kriechen aus Köpfen; erhabene Engel stürzen; Eva balanciert mit dem Apfel; die Freude tanzt, die Liebe küsst; die Depression verkriecht sich.

Von der Linie zur Fläche zum Punkt – Alfons Holtgreve aus Warburg
16. März bis 29. April 2018
Öffnungszeiten: Sa/So/Mi 15-18 Uhr

Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 16. März 19 Uhr

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