Wie entsteht Kunst – Werktage in Münster – Kulturgebiet

Ob in Museen oder Konzertsälen, bei Performances oder Inszenierungen: Wenn das Publikum auf Kunst trifft, ist das Werk in der Regel bereits abgeschlossen. Der Künstler hat es erschaffen, konzipiert und arrangiert. Der kreative Prozess bleibt für das Publikum unsichtbar.

Leider, denn das Publikum interessiert sich auch für die Hintergründe; schaut sich „Making-of“-Dokumentationen an oder liest Künstlerbiografien. Und wenn Menschen die Gelegenheit haben, einem Künstler Fragen stellen zu können, wollen sie oft konkret wissen: Wie arbeitet ein Künstler, Musiker, Schriftsteller, Theatermacher? Wie kam er auf diese oder jene Idee? „Werktage“ will Antworten auf diese Fragen geben. Das Experiment lädt als Teil der Veranstaltungsreihe „Kulturgebiet“ ab Ende August bis Anfang November in der Stadthausgalerie Münster im Rathausinnenhof das Publikum ein, die Entstehung von Werken zu betrachten, zu kommentieren und vielleicht sogar ein Teil der Kunst zu werden.

Der offizielle Startschuss für die „Werktage Münster“ fällt am 10. September 2010. Der öffentliche Proberaum für die Künstler und Künstlerinnen in der Stadthausgalerie wird aber schon ab 23. August 2010 unter den Augen des Publikums aufgebaut, ganz im Sinne des Projektes. Veranstalter der „Werktage“ ist das Kulturamt der Stadt Münster.

Die Initiatoren und Kuratoren Marc-Stefan Andres und Andre Boße, zwei freie Kulturjournalisten, haben im Vorfeld Künstler aus Münster und Umgebung gefunden, die großes Interesse daran haben, einmal nicht in der Abgeschiedenheit eines Proberaums, Studios oder Ateliers zu arbeiten, sondern vor und möglicherweise auch mit dem Publikum.

Der Musiker und Komponist Jan Klare wird zum Beispiel ein neues Soloprogramm erstellen, die Urbanisten und Architekten von Modulorbeat die Stadthausgalerie als Werktage-Raum gestalten oder der Klangkonzept-Künstler Thomas Bücker alias Jean-Michel aus dem Sound der Stadt und ihrer Menschen einen Track arrangieren. Acht verschiedene Künstler und Gruppen sollen nacheinander ihr Werk entstehen lassen; unter Beteiligung der Öffentlichkeit.

Wichtig ist den Kuratoren Andres und Boße, dass die „Werktage“ künstlerisch vielfältig zusammengesetzt sind. „Ein Roman-Autor, der eine Geschichte unter Publikum schreibt, ist dabei genau so gut vorstellbar wie eine Theater- oder Tanzgruppe, die ein Stück entwickelt. Wichtig ist uns, dass die jeweiligen Künstler die Besucher der Stadthausgalerie einbeziehen. Wie das geschieht und was letztlich passiert, ist immer Teil des Werks.“

Die Initiatoren haben bewusst einige Termine freigehalten, um mit einem Aufruf weitere Künstler für Werktage zu gewinnen. Wer Interesse und eine Idee hat, kann sich mit einer kurzen Vorstellung per Email (info@werktage-muenster.de) bis zum 18. Juni 2010 bewerben. Über diese Adresse beantworten die Initiatoren auch Fragen.

Unter www.werktage-muenster.de wird es zudem eine Homepage geben, auf der die jeweiligen Künstler, die Kuratoren und die Besucher in einem Blog über ihre Erfahrungen mit dem Projekt berichten werden; zudem wird die Homepage die fotografische Dokumentation der Werktage zeigen.

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